Aktuelle Veranstaltungen

Aufführungen im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen finden Sie unter www.musiktheater-im-revier.de

Dominique Horwitz singt Robert Mitchum

Ein Konzert im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen

Der kleine Bach sprudelt fröhlich durch die Landschaft und wird langsam zum Fluss. Vorbei geht es an einer Polka tanzenden Bauernhochzeit bis hinein in die Stadt Prag. Inzwischen ist der Fluss zum mächtigen Strom geworden und fließt majestätisch durch das Herz der Stadt. Die Moldau ist das wohl bekannteste Werk des tschechischen Komponisten Bedrich Smetana. Sein Má vlast ist jedoch weit mehr als „nur“ die vertonte Moldau: Mein Vaterland, wie Má vlast aus dem Tschechischen übersetzt heißt, ist ein abendfüllender Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen. Sinfonische Dichtung? Dass auch mit Tönen gedichtet werden kann, stellt die Neue Philharmonie Westfalen in einem weiteren ‚Heimspiel‘ bei den Ruhrfestspielen treffend unter Beweis, wenn großes Sinfonieorchester auf Theaterfestival trifft. Und Má vlast – Mein Vaterland ist in diesen Tagen aktueller denn je. Denn auch Smetana sah sich Mitte der 1850er-Jahre gezwungen, seine Heimat aus politischen Gründen zu verlassen. Dass er mit Má vlast nach seiner Rückkehr nach Prag eines der ur-tschechischsten Werke überhaupt schreiben würde, war nicht abzusehen. 1824 als achtes Kind einer böhmischen, Deutsch sprechenden Familie geboren und auf den Geburtsnamen „Friedrich“ getauft, entwickelte Smetana erst als Erwachsener Nationalgefühl und erlernte die tschechische Sprache. Mit Má vlast setzte Smetana seiner Heimat, ihren Mythen, ihrer Landschaft und ihrer Geschichte, ein musikalisches Denkmal.

Was für ein Kontrast: Dominique Horwitz, der expressive Schauspieler und Sänger, in Deutschland berühmt für seine kongeniale Interpretation der Chansons von Jacques Brel, hat sich nun ausgerechnet den legendär maulfaulen, introvertiert wirkenden Robert Mitchum ausgesucht und zum Zentrum seines neuesten Programms gemacht. Robert Mitchum war sein Leben lang ein Paradox. Hollywood-Star und Außenseiter, mit einer einzigartig trägen, raubkatzenhaften Aura, die nicht zu kopieren war. Man rätselte über den unergründlichen Ausdruck seiner Augen unter den übermächtig schweren Lidern. Bis Mitchum verriet, dass ein Leben ohne Schlaf der Grund sei. Für Horwitz verkörpern Brel und Mitchum gegensätzliche männliche Rollenbilder. Das Modell Brel bedeute: „Alles geben! Alles zeigen! Alles nach außen kehren!“ Das Modell Mitchum hingegen: „Wenig geben – viel erreichen.“ Mitchum sei für ihn der Inbegriff von Coolness und Souveränität. „Ein Mann, der mit wenig Aufwand künstlerisch wahnsinnig viel erreicht hat.“ Diese besondere Aura findet sich auch in den legendären Alben, die Mitchum veröffentlicht hat. Horwitz spielt sieben Titel aus diesen Alben und kombiniert sie, unterstützt vom großen Orchester der Neuen Philharmonie Westfalen, mit weiteren wunderbaren Klassikern der amerikanischen Musikgeschichte: Melodien von Cole Porter, Bobby Hebb oder Barbara Streisand treffen auf Horwitz’ unverwechselbare Interpretation.

Sonntag, 3. Juni 2018,
18:00 Uhr

Recklinghausen
Ruhrfestspielhaus

Programm

Horwitz singt Mitchum

Leitung

Stefan Malzew

Zurück