"Frechdachs Mozart"

Der 1756 geborene Wolfgang Amadeus Mozart wurde von seinem Vater als Wunderkind in der ganzen Welt herumgezeigt und hat deshalb nie eine Schule besucht. Für ihn war es Zeit seines Lebens fast unmöglich, längere Zeit auf einem Stuhl stillzusitzen, und wenn er Aufgaben zu erledigen hatte, schob er sie bis zur letzten Minute vor sich her. Oft sind seine Stücke erst in allerletzter Minute fertig geworden.

Gutes Benehmen war für ihn eine unlösbare Aufgabe, als kleiner Junge zum Beispiel ist er der Kaiserin Maria Theresia zum Entsetzen der Hofdamen einfach auf den Schoß gesprungen und hat sie "abgebusselt". Diesen Frechdachs wollen wir in Mozarts Stücken hörbar machen, wenn wir die Ouvertüre zu "Figaros Hochzeit" spielen, einer Oper, in der dem Fürsten Almaviva so richtig die Hölle heiß gemacht wird.

Im "Musikalischen Spaß" verkaspert Mozart seine Komponisten-Kollegen und führt unseren Ohren deren Dummheit und Fantasielosigkeit vor. In seinem letzten Hornkonzert hänselt Mozart mit frechen Sprüchen in den Noten den Solisten und schließlich hört man sogar im Finale der großen g-Moll-Sinfonie, mit wie viel Lust Mozart Musik gegen den Strich bürsten konnte.