NPW Backstage - der aktuelle Clip im September -1. Sinfoniekonzert

1. Sinfoniekonzert Variationen

"Variationen schreiben ist vorläufig das Gescheiteste, was Sie tun können." So empfahl Johannes Brahms seinem einzigen Kompositionsschüler Gustav Jenner. Denn die Variation verlangt sowohl Strenge als auch Fantasie. In seinen "Haydn-Variationen" legte Brahms selbst ein Musterbeispiel vor: Auch wenn die Pfade scheinbar noch sehr abschweifen, wahren sie in kleinsten Details immer Bezug zum sinnstiftenden Thema. Von "Ökonomie und dennoch: Reichtum" der Brahms'schen Musik war Arnold Schönberg tief beeindruckt. Dessen Schüler Anton Webern wiederum schrieb sein letztes Orchesterwerk als Variation. Kurz zuvor, 1934, kleidete Rachmaninow Paganinis berühmtes Thema aus der 24. Violincaprice in sinfonische Opulenz und verwob es mit dem teuflischen "Dies Irae"-Motiv. Ingolf Wunder wird den hochvirtuosen Klavierpart übernehmen. Seit seinem mehrfachen Preisgewinn beim Warschauer Chopin-Wettbewerb 2010 ist der österreichische Pianist zu Gast in internationalen Konzertsälen und hat vier Alben bei der Deutschen Grammophon aufgenommen. Auch dem Workaholic Max Reger kam die Variationsform besonders entgegen: äußerste Disziplin einerseits, maßlose Verschwendung andererseits. Seine ursprünglich für Klavier geschriebenen "Beethoven-Variationen" verwenden ein Thema aus Beethovens späten Bagatellen. Reger selbst schuf kurz vor seinem Tod eine prächtige Orchesterfassung, die von einer grandiosen Fuge gekrönt wird. Nicht umsonst nennt man ihn liebevoll auch "Fugen-Maxe". Programm: Johannes Brahms Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a Sergej Rachmaninow Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43 Anton von Webern Variationen op. 30 Max Reger Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven op. 86

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