5. Sinfoniekonzert
Montag, 16. Januar 2012, 19:30 Uhr
Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Großes HausDienstag, 17. Januar 2012, 19:30 Uhr
Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Großes HausMittwoch, 18. Januar 2012, 19:30 Uhr
Kamen, KonzertaulaSonntag, 22. Januar 2012, 19:30 Uhr
Recklinghausen, RuhrfestspielhausProgramm
Johannes BrahmsKonzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 "Eroica"
Mitwirkende
Alfredo Perl, KlavierLeitung
Heiko Mathias FörsterEinen "ergreifend kultivierten Brahms-Klang" attestierte die WAZ dem Pianisten Alfredo Perl und der Neuen Philharmonie Westfalen nach ihrem gemeinsamen Auftritt im Oktober 2009. Damals stand das erste Konzert für Klavier und Orchester auf dem Programm. Nun wird ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem zweiten Klavierkonzert des romantischen Komponisten fortgesetzt.
Hatte Brahms bei seinem ersten Solokonzert für Klavier noch mit sich, seinen Melodien und der Form gerungen, so strahlt sein zweites Klavierkonzert die Souveränität und Gelassenheit des erfahrenen Komponisten aus. Es entstand rund 20 Jahre später, setzte aber formal das fort, was Brahms bereits in seinem stürmischen Jugendwerk begonnen hatte: Die Symbiose aus Konzert und Sinfonie, das Miteinander und Ineinandergreifen von Solopart und Orchester. Ausgeglichenheit und Innigkeit finden ihren Ausklang in der heiter-gelösten Stimmung des Finalsatzes, von der man auf eine gewisse altersweise Abgeklärtheit schließen könnte.
Davon ist Ludwig van Beethoven in seiner dritten Sinfonie noch weit entfernt. Zwar erreicht auch er in seiner "Eroica" formale Geschlossenheit, jedoch nicht durch Symbiose, sondern durch Kontrast. Das Gegenüberstellen und Überwinden von Gegensätzen ist der Grundtenor dieser Sinfonie und gleichzeitig ihr utopisches Moment. Für einen kurzen Augenblick hatte Beethoven gedacht, dass Napoleon diese Utopie in die Tat umsetzen könne - bekanntlich widmete er seine Sinfonie dem französischen Feldherrn -, doch die Realität enttäuschte ihn bitter: Die Episode von seinem Wutausbruch ist fast ebenso bekannt wie die Sinfonie selbst, die eines der populärsten Werke der Konzertliteratur geworden ist.
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