Kammerkonzerte

Kammermusik "Cellikatessen"

Haus Opherdicke Dorfstraße 29 59439 Holzwickede

Information

In diesem Programm zeigen sich die (konventionellen) klanglichen Facetten des Cellos von allen Seiten. Geschrieben nach Beendigung seiner Schaffenskrise, wirkt die Sonate op. 19 von Sergej Rachmaninow wie ein Ausbruch an aufgestautem klanglichem Ausdruckswillen. Das Cello darf so viel singen wie in wenigen anderen Werken, dennoch kommt gerade im Klavier die Virtuosität nicht zu kurz. Ji Eun Kim, seit 2008 Vorspielerin der Neuen Philharmonie Westfalen, ist mit ihrer besonderen Sensibilität für den natürlichen Klang des Cellos eine ideale Interpretin dieses Werkes.

Alfred Schnittke schrieb 1978 seine erste Cellosonate. Der eklektische Stil, den er zu dieser Zeit für sich gefunden hatte, zeigt sich auch in dieser Sonate sehr deutlich: die ins Gegenteil verkehrte vorklassische Sonatenform, Walzeranklänge, Andeutungen barocker Tänze und unglaublich virtuose Passagen. Mit technischer Perfektion und dem richtigen Gespür für die stilistischen Feinheiten der Sonate wird Felix Drake, Solocellist der Neuen Philharmonie Westfalen seit 2017, die Zuhörer für Alfred Schnittke begeistern.

Auch die Sonate op. 40 von Dmitri Schostakowitsch orientiert sich wie die von Schnittke an der klassischen Formtradition, bleibt jedoch im ersten und dritten Satz traditioneller bei den romantischen Kantilenen. Der zweite und vierte Satz weisen die unnachahmliche beißende Ironie Schostakowitschs auf, die mitunter auch brutal wirken kann. Lydia Keymling, seit 2011 stellvertretende Solocellistin der Neuen Philharmonie Westfalen, scheut sich nicht, für den Ausdruck auch einmal über die Grenzen der Schönheit zu gehen, und schafft so eine direkt erlebbare Emotionalität.

Den Klavierpart bei allen Sonaten übernimmt der mehrfach preisgekrönte Pianist und Dirigent Sejoon Park. Er ist Absolvent der renommierten Juilliard School und konzertierte bereits mit mehreren Orchestern als Solist.

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