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Aufführungen im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen finden Sie unter www.musiktheater-im-revier.de

4. Sinfoniekonzert

Anachronismus

Den Blick zurück in ein vermeintlich goldenes Zeitalter haben im 20. Jahrhundert viele Komponisten geworfen. Die Welt war komplizierter geworden - und auch die Musik. Man sehnte sich nach einer „neuen Einfachheit“. „Anachronismus“ heißt wörtlich soviel wie „Verwechslung der Zeiten“. Der stilistische Rückgriff aufs 18. Jahrhundert geschah in bewusster Abwendung von Pathos und Schwulst. Maurice Ravel huldigte mit Tänzen dem französischen Barockmeister François Couperin. Couperins Instrument, das Cembalo, war nach einer langen Zeit des Vergessens plötzlich wieder in Mode. Auch Francis Poulenc entdeckte dessen silbrigen Klang. Poulencs „Concert champetre“ ist eine graziöse Hommage an die galanten Feste des Rokoko. Christian Rieger, Professor für Historische Tasteninstrumente und Generalbass an der Folkwang Universität der Künste in Essen, übernimmt den Cembalopart in diesem charmanten Werk. Am Pult steht Hermann Bäumer, Generalmusikdirektor des Staatstheaters Mainz.

Mit „Pulcinella“ schaute Igor Strawinsky zurück in die Zeit um 1750. Strawinsky borgte sich Motive aus Kompositionen, die man damals Giovanni Battista Pergolesi zuschrieb. Er zog der alten Musik mit seinen eigenen Rhythmen und Harmonien gewissermaßen ein modernes Gewand an. Ähnlich verfuhr auch Sergej Prokofjew in seiner „Symphonie classique“. Er wolle eine Sinfonie schreiben, als wenn Haydn heute leben würde, sagte Prokofjew - was ihm brillant gelang.

Mittwoch, 5. Dezember 2018,
19:30 Uhr

Kamen
Konzertaula

Programm

Maurice Ravel

Le tombeau de Couperin

Francis Poulenc

„Concert champetre“ für Cembalo und Orchester

Igor Strawinsky

Suite aus „Pulcinella“

Sergej Prokofjew

Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Symphonie classique“

Mitwirkende

christian rieger_Cembalo

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