Förster erlebte „eine spannende und kreative Zeit“

WAZ Gelsenkirchen | Elisabeth Höving

Gelsenkirchen. Nach sieben Jahren verlässt GMD Heiko Mathias Förster die Neue Philharmonie Westfalen, das 123-köpfige Landesorchester, das von Gelsenkirchen, Recklinghausen und dem Kreis Unna getragen wird. Im Interview erzählt er, warum er die Zeit nicht missen möchte.

Seit 2007 leitet der gebürtige Mecklenburger Heiko Mathias Förster als Generalmusikdirektor die Neue Philharmonie Westfalen. Am Ende der laufenden Spielzeit verlässt der 47-Jährige das Pult des 123-köpfigen Landesorchesters, das von Gelsenkirchen, Recklinghausen und dem Kreis Unna getragen wird. Wir sprachen mit dem Dirigenten über das Erreichte, über Sorgen und Perspektiven.

Wie ist das Orchester aufgestellt, wenn Sie Ende August den Taktstock niederlegen?

Heiko Mathias Förster: Die Neue Philharmonie hat ihren Platz in der deutschen Orchesterlandschaft gefunden. Mit über 300 Veranstaltungen pro Jahr im Musiktheater und in den Konzertsälen der Region, mit Tourneen und Gastspielen ist sie sehr stark ausgelastet, die Einspielergebnisse sind entsprechend hoch. Allein während meiner Zeit als Generalmusikdirektor haben wir neun Einspielungen vorgelegt. Die Jahre am Pult der Neuen Philharmonie empfinde ich als sehr spannende und kreative Zeit.

Was wünschen Sie dem Orchester?

Förster: Mir ist sehr wichtig, dass in meiner Zeit als GMD nicht eine einzige Stelle verloren gegangen ist. Das wünsche ich diesem Klangkörper auch für die Zukunft. Ich hoffe, dass alle Partnerschaften bestehen bleiben in dieser schwierigen finanziellen Phase und die Philharmonie ihren Platz als Landesorchester stabilisieren kann.

Chefdirigent am Brandenburger Theater, bei den Münchner Symphonikern, dann bei der Neuen Philharmonie Westfalen, wohin zieht es Sie nun?

Förster: Nach Berlin und in die Tschechei. Ich habe bei der Janáček Philharmonie in Ostrava, wo ich in den letzten Jahren immer mal wieder dirigiert habe, einen Dreijahresvertrag mit Option auf Verlängerung unterschrieben, übernehme in der kommenden Spielzeit zudem ein Prager Orchester. In Prag dirigiere ich im September die deutschsprachige Uraufführung von Antonín Dvořáks Oper „Alfred“ und dann auch Richard Strauss’ „Salome“.

Was werden sie am Ruhrgebiet vermissen?

Förster: Die Vielzahl an Konzertstätten auf engstem Raum, diese kurzen Strecken, aber auch viele Menschen, die ich kennengelernt habe. Und die Chance, einer ganzen Region nach der Ära von Kohle und Stahl mit Hilfe von Kreativität eine neue Vision geben zu können. Das war wirklich spannend.

 

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