Furioser Auftakt in die erste Konzertsaison unter Baumann

WAZ Gelsenkirchen | Barbara Seppi

Gelsenkirchen. Es war nicht nur der Saisonauftakt für die Neue Philharmonie Westfalen, sondern auch der offizielle Einstand von Rasmus Baumann als neuer Generalmusikdirektor. Die klanggewaltige Premiere dürfte als gelungen bezeichnet werden. Und auch der Starpianist Tzimon Barto überzeugte mit Spielwitz.


Erwartungsfrohe Gesichter strahlen am Montag Intendant Michael Schulz bei seiner Begrüßungsrede an, der Saisonauftakt und offizielle Einstand des neuen GMD Rasmus Baumann, hat ein ausverkauftes Großes Haus beschert. Schulz kündigt Bewährtes an, und weist auf neue Formate hin wie Sonntags-, Familien- und Kammerkonzerte.

„Mit Pauken und Trompeten“ in die neue Spielzeit, das verspricht OB Frank Baranowski. Stimmt, genauso beginnt die „Festliche Ouvertüre op. 96“ von Dmitri Schostakowitsch. Eine gute Wahl für den Start, vermittelt das Werk doch hautnah Spielwitz und immense Spielfreude. Bläserglanz, galoppierende Streicher und das gesamte Schlagwerk rücken die Neue Philharmonie Westfalen sofort ins rechte Licht. Am Ende Trommelwirbel und begeisterter Jubel des Publikums.

Danach darf der amerikanische Starpianist Tzimon Barto den neuen Steinway-Konzertflügel des MiR mit Tschaikowskys legendärem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-moll einweihen. Bartos Anschlag, mal majestätisch, fast zu kraftvoll, dann wieder von einer unglaublich leisen Dynamik. Brausende Wogen über die schwarz-weißen Tasten abgewechselt von zartem und gefühlvollen Zusammenspiel mit Oboe, Klarinette oder Querflöte. Berauschende Tempi-Wechsel im dritten Satz, ein Aufbäumen und ein superbes Crescendo – viel Applaus. „Etwas zu manieriert“ klagt einer in der Pause.

Was sich beim Klavierkonzert schon angedeutet hat wird, mit der Sinfonie Nr. 2 e-moll von Sergey Rachmaninow eindeutig: der unumstrittene Star des Abends ist das Orchester. Auf den Punkt vorbereitet, ein aufmunterndes Nicken von Baumann und los geht es. Traumhafte Streicherpassagen, entfesselte Bläser, schwungvolles Auf-und Abebben der Melodieläufe. Die Musiker folgen ihrem energischen doch einfühlsamen Dirigenten in eine große Umarmung der Klänge. Eine ausgezeichnete Interpretation des grandiosen Rachmaninow, die viel Lust auf die neue Spielzeit macht. Baumann und die NPW – das passt.

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