Musik „Strauß-Melodien und Neujahrskonzert – das passt“

WAZ | Barbara Seppi

Dorsten. Schöne Majoliken mit Violinschlüssel im Hauseingang, auf einem Schallplattenspieler liegt eine Vinylscheibe mit dem unverwechselbaren gelben Klassiklabel der „Deutsche Grammphon“ - keine Frage hier wohnen Musiker.

Von Barbara Seppi

Tibor Bamberger (56) ist Geiger im Orchester „Neue Philharmonie Westfalen“ und hat somit am Samstag den 19. Januar in der Realschule St.Ursula bei der „Strauß-Gala“ ein Heimspiel.

Herr Bamberger, können sich die Zuhörer auf ein schönes Konzert freuen?

Aber selbstverständlich. Neujahrskonzert und Strauß-Melodien, das passt. Das hat sich mit den Wiener Philharmonikern so eingebürgert und auch unser Orchester gibt seit vielen Spielzeiten Walzer-Konzerte zum Jahreswechsel.

Und Sie sind immer dabei?

Ich bin seit Gründung der „Neuen Philharmonie Westfalen“ im Ensemble. Das Orchester ist ja 1996 aus der Fusion des Westfälischen Sinfonieorchesters Recklinghausen und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Gelsenkirchen hervorgegangen. Letzteres war mein vormaliger Arbeitgeber.

Karten
Neujahrskonzert mit der Strauß-Gala „Wien über alles“

Das Benefizkonzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Heiko Mathias Förster findet am 19. Januar um 19 Uhr in der Aula der Realschule St. Ursula statt.

Programmpunkte sind beliebte Melodien von Johann Strauß II, wie die Walzer „Seid umschlungen, Millionen“ oder „An der schönen blauen Donau“, aber auch Polkas von Eduard Strauß.

Eintrittspreis 20 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Stadtinfo (Recklinghäuser Straße 20), Interevent (Ursulastraße) und der Sparkasse Vest. Der Erlös geht an Kinderferien-Maßnahmen.

Wie kommt man als Geiger nach Gelsenkirchen?

Nach dem Studium, als gebürtiger Heidelberger war ich an der Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim, war es damals wie heute nicht einfach, als Orchestermusiker ein festes Engagement zu bekommen. Es gibt Fachzeitschriften mit Ausschreibungen von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen.

Flexibel muss man als Musiker also immer sein?

Heute mehr als damals. Es gibt immer weniger städtische Orchester. Die öffentliche Hand muss sparen und dem fällt meist die Kultur zum Opfer. Toll, dass Gelsenkirchen das Musiktheater weiter erhält.

Sie sind seit 1977 in Gelsenkirchen beschäftigt.

Ein Studienkollege hatte von der freien Stelle berichtet. Glücklicherweise war das Vorspielen erfolgreich und das Orchester hat mich akzeptiert.

Das Orchester?

Ja, die Musiker haben ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um Neueinstellungen geht.

Die Anstellung hat auch das private Glück gebracht...

Ich habe meine Frau Gabriele im Orchester kennengelernt, das stimmt. Sie ist Harfenistin, mittlerweile am Essener Aalto Theater beschäftigt. Unsere Söhne, heute 22 und 28 Jahre alt, sind der Grund, warum wir 1984 nach Dorsten gezogen sind. Wir wollten, dass die Kinder im Grünen aufwachsen, da hat uns Barkenberg besonders gut gefallen.

Dass beide Berufsmusiker sind war eine gute Voraussetzung?

Ich glaube ja. Wir arbeiten wenn andere Menschen Freizeit haben. Die Proben sind abends, die Konzerte an Wochenenden. Da ist es hilfreich, wenn der Partner einen ähnlichen Lebensrhythmus hat.

Andere spielen die Geige als Hobby, was machen Sie in der Freizeit?

Also ich liebe Motorradfahren, habe nach dem Führerschein auch noch eine Fahrlehrerausbildung gemacht. Daher darf ich ADAC-Fahrsicherheitstraining geben und tue das gern.

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