Neue Philharmonie Westfalen erzeugt konzertante Frühlingsgefühle

WAZ Gelsenkirchen | Jessica Hellmann

Wettertechnisch ist der Lenz noch nicht da, doch der Klassik-Treff in der Matthäuskirche an der Cranger Straße sorgte am Sonntag schon einmal für Frühlingsgefühle bei den Besuchern.

Von Jessica Hellmann

Zusammen mit dem Pianisten Oliver Triendl präsentierte die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Heiko Mathias Förster einen frühsommerlichen und zumeist beschwingten Klassikabend. Auf die Zuhörer warteten sieben Konzertauszüge verschiedener Komponisten.

"Wir freuen uns sehr"
„So ein Programmablauf ist nicht üblich“, verriet Heiko Mathias Förster. „Wir freuen uns sehr, dass Oliver Triendl bei diesem Experiment dabei ist.“ Schließlich sei es eine andere Anforderung, kleine Ausschnitte aus mehreren Werken zu spielen, als eines am Stück. „Jedes Werk stellt andere Ansprüche.“
Gestartet wurde passenderweise mit dem dritten Satz von Wolfgang Amadeus Mozarts „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 27 in B-Dur“, der jedem Besucher gleich bekannt vorkam. Es handelte sich dabei um die unbeschwerte Melodie des bekannten Liedes „Komm lieber Mai und mache“. Zum Aufwärmen sang der Generalmusikdirektor zusammen mit den Besuchern den Text des Liedes, um gleich gute Stimmung zu verbreiten.
Idee stammt von Mozarts Konzert
Die Idee zu diesem musikalischen Stück entstammt übrigens tatsächlich Mozarts Konzert, das er in seinem letzten Lebensjahr 1791 fertig stellte. Dann ging es weiter mit der melodiösen lyrischen Andante für Streichorchester („Liebestraum“) von Max Reger – einem Komponisten, „der nur noch selten aufgeführt wird, aber Großes geleistet hat“, so Förster.
Im Anschluss gab es den zweiten Satz von Ludwig Thuilles „Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur“. „Beim Autofahren hörte ich im Radio, wie Oliver Triendl das Werk spielte – zunächst ohne zu wissen, dass er am Klavier saß“, erzählte Förster. „Dann habe ich ihn sofort angerufen und gesagt: Das will ich auch machen.“ So entstand schließlich die Idee zu diesem Konzert. Es folgte Antonin Dvorcáks „Waldesruh“.

Frühling musikalisch eingeleitet
Nach der Pause ging es romantisch weiter. Die Musiker präsentierten die traumhafte Melodie aus dem dritten Satz von Emil von Sauers „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll“.
„Auch wenn sie meinen, schöner geht’s ja nicht mehr, werden sie gleich hören, dass es doch noch schöner geht“, sagte Förster und versprach nicht zu viel. Edward Elgars „Salut d’amour“ war an der Reihe mit einem Violine-Solo des neuen Konzertmeisters Yusuke Hayashi. Den fulminanten Schlusspunkt setzte die Neue Philharmonie Westfalen mit Carl Loewes „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur“.
Mit den schönen Melodien von bekannten und teils fast vergessenen Komponisten läuteten die Akteure den Frühling musikalisch ein und ernteten viel Applaus vom begeisterten Publikum.

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