Preisverleihung Publikum zeichnet Neue Philharmonie aus

WAZ Gelsenkirchen | Franziska Gerk

Die Spielzeit 2012/13 im Musiktheater ist noch nicht ganz vorbei und trotzdem hat die Theatergemeinde Gelsenkirchen ihren Publikumspreis verliehen. Über 400 Mitglieder haben sich die Stücke der laufenden Spielzeit angeschaut und ihre Lieblinge gewählt. Die beiden Preise gingen an die Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen und erneut an Sängerin Petra Schmidt.

Von Franziska Gerk

Es war die letzte Vorstellung des Zigeunerbarons im Musiktheater. Vor fast ausverkauftem Haus wurde kurz vor der Pause der 25. Publikumspreis der Theatergemeinde Gelsenkirchen e.V. verliehen. Die Festrede hielt Oberbürgermeister Frank Baranowski. „So früh wie kaum zuvor hat die Theatergemeinde sich festgelegt“, sagte er und betonte weiter: „Ich bin mir sicher, dass die Stücke, die in dieser Spielzeit folgen, uns auch weiterhin mit dem Besonderen und dem Überragenden erfreuen werden.“ Für die Theatergemeinde stand offenbar schnell fest, wer den Preis verdient hat.

Petra Schmidt erneut ausgezeichnet

Bereits im vergangenen Jahr verzauberte Sopranistin Petra Schmidt die Herzen der Zuschauer. In der laufenden Saison spielte sie im „Zigeunerbaron“ , in „Don Carlo“ und in „Le nozze di Figaro“. Im „Rosenkavalier“ wird das Publikum die Sängerin erneut zu Gesicht bekommen. Über die Wiederwahl freute sie sich sichtlich.

Die 128 Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen überzeugten unter anderem mit eigenen Sinfoniekonzerten und vor kurzem in der Vorstellung „MiR goes Film“. Hierbei wurden bekannte Kino-Momente musikalisch und szenisch auf die MiR-Bühne gebracht. Des Weiteren unterstützten die Musiker die Darsteller unter anderem bei „Il barbiere di Siviglia“, „Lady Macbeth von Mzensk“, „Der Zigeunerbaron“, „Anatevka“, „Don Carlo“ und „Die Hexen von Eastwick“. Sie könnten von Barock bis zur Moderne, von Oper bis Sinfonie überzeugen und seien somit ein würdiger Preisträger, lobte Baranowski.

„Das schönste Opernhaus Europas“

„Heute Abend gibt es keinen Gewinner oder Verlierer“, sagte Baranowski kurz vor der Verkündigung. Denn der Applaus nach jeder Vorstellung bringe bereits die Befürwortung der Arbeit zu Teil. Die Entwicklung des Theaters, gerade der Übergang zur neuen Ballett-Direktorin Bridget Breiner, lobte der Oberbürgermeister ausdrücklich. „Wir haben hier das schönste Opernhaus Europas. Gelsenkirchen kann ich mir nicht ohne Musiktheater und auch nicht anders herum vorstellen. Viele Künstler kommen gerne hierher, denn sie bekommen eine direkte, ehrliche Rückmeldung, so wie es im Ruhrpott üblich ist.“

Außerdem sprach er noch einmal einen Dank an die Theatergemeinde aus, ohne die diese Entwicklung nicht möglich gewesen wäre. „Denn sie ermöglicht jedem Gelsenkirchener Bürger, zu einem geringen Eintritt die Vorstellungen zu besuchen. Damit füllen sie das Musiktheater und führen die Bürger an Kultur heran – alles ohne städtische Fördermittel oder private Sponsoren.“

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