Valtteri Rauhalammi dirigiert beim Radetzkymarsch das klatschende Publikum mit

 

von Rainer Ehmanns, Hellweger Anzeiger

"Walzer - Polka und Ballett" hieß das diesjährige Silvester- und Neujahrskonzert der Neuen Philharmonie Westfalen. Und wie in den Jahren zuvor war die Aula der Gesamtschule Fröndenberg gestern Abend bis auf den letzten Platz besetzt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ute Gerling begrüßt Vertreter der Stadt und der Sparkasse als Sponsoren des Konzerts. Auch die gestifteten Hustenbonbons stehen wie immer bereit.

Mit Tschaikowskys "Grande valse villageoise" aus "Dornröschen" beginnt ein launiger Abend, wie ihn sich das Publikum wünscht. Bekannte und beliebte Melodien unter dem genannten Motto sind zahlreich, doch weiß auch diesmal die Neue Philharmonie für Publikum wie Orchester die richtige Wahl zu treffen, denn sogleich schwingen einige Musiker im Walzertakt mit.

Doch ohne den wie immer launigen Moderator Marcus Wallrafen wäre das Konzert nicht rund! Elegant schlägt er den Bogen von der 20-jährigen Prinzesssin Aurora, der das Ballett damals gewidmet war, zum 20-jährigen Bestehen der Neuen Philharmonie, bescheinigt dem Fröndenberger Publikum "jung, verwegen und begeisterungsfähig wie die NPW" zu sein und stellt das Konzert als "ultramodernen virtuellen Tanzabend" vor. So kollern in der anschließende Polka Brotkrumen umher, zwitschern Piccolo-Flöten munter als Kanarienvögel, glitzern funkelnde Diamanten in den schnellen Läufen der Streicher und beschließt ein "Pas de six" das Ballett.

Natürlich darf auch Johann Strauß nicht fehlen: Die "Patronessen" schwingen ein fröhliche Polka, bevor der beliebte "Frühlingsstimmen-Walzer" mit kräftigen Orchesterklängen den Frühling herbeispielt. Fünf Stücke aus Tschaikowskys "Schwanensee", dessen Inhalt Wallrafen in eine freche Kurzform fasst, beenden den beschwingten ersten Teil.

Mit Strauß´ Sektperlen prickelnder "Pizzicato-Polka, der schmissigen "Tritsch-Tratsch-Polka" und dem mit feineren Zwischentönen ausgestatteten Walzer "Freuet euch des Lebens" beginn der zweite Teil, den Wallrafen mit einer Mahnung an Ute Gerling anmoderiert: "Vier Dinge dürfen bei der Renovierung der Gesamtschule nicht geändert werden: Die Aula, das Konzert, die Schnittchen und der Sekt!" und erntet prompt Beifallgelächter.

In das hinein stimmt die NPW die "Fröndenberger Nussknacker-Suite" an, eine dreiteilige Kurzform des Balletts, die Dirigent Rauhalammi elegant arrangiert hat. Beifall gibt´s nicht nur dafür, sondern auch für das Evergreen "Donauwalzer", den das Publikum noch recht unbeweglich aufnimmt, während es beim Radetzky-Marsch begeistert nach dem Dirigat Rauhalammis mitklatscht. Nicht nur ihm hat´s Spaß gemacht!  Und selbstverständlich darf das Glas Sekt fürs Orchester zum Schluss nicht fehlen!

 

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