„Bruckner-Testament“ im letzten Sinfoniekonzert der Saison 2011/2012. Heiko Mathias Förster und die Neue Philharmonie Westfalen interpretieren die Sinfonie Nr. 9 und das „Te Deum“ des letzten großen Romantikers im 9. Sinfoniekonzert.

Das instrumentale und stimmliche Aufgebot anlässlich des letzten Sinfoniekonzertes der Saison ist immens! 180 Chorsänger der Region und vier Gesangssolisten haben sich zusammengefunden, um gemeinsam das Brucknersche „Te Deum“ als letzten Satz der unvollendet gebliebenen 9. Sinfonie zu musizieren. Verbunden mit diesem grandiosen Konzertprogramm ist auch ein Abstecher nach Belgien zur Eröffnung des Basilica Festival van Vlaanderen am 22. Juni in die herrliche gotische Kathedrale nach Tongeren.

Sie sollte die Krönung seines Schaffens werden, seine letzte, seine neunte Sinfonie. Seit 1887 beschäftigte sich Anton Bruckner mit ihr, unterbrochen durch diverse Auftragskompositionen, Revisionen, Schaffenskrisen und gesundheitliche Schwächephasen. Als er im Oktober 1896 verstarb, hatte er die ersten drei Sätze vollendet, der vierte aber lag nur als Skizze vor.
Auch ohne Finale ist die neunte Sinfonie von Anton Bruckner ein beeindruckendes und berührendes Vermächtnis eines Komponisten, der als Dorfschullehrer begann und sich erst zögernd, dann aber gründlich seiner Berufung als Komponist stellte. In seinem letzten Werk fließen all seine kompositorischen Eigenarten zusammen. Doch Bruckners „Neunte“ ist nicht nur Kulminationspunkt seiner eigenen kompositorischen Errungenschaften, er nimmt in ihr auch bereits musikalische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts vorweg.
Noch auf dem Sterbebett arbeitete Bruckner an dem Finale der Sinfonie. Nach seinem Tod verschwanden viele der Skizzenblätter durch skrupellose Nachlassjäger, so dass eine vollständige Rekonstruktion seines letzten musikalischen Willens nicht mehr möglich ist.
Vorausschauend soll Bruckner für den Fall, dass er den letzten Satz nicht fertigstellen könne, sein „Te Deum“ als Finale vorgeschlagen haben. Uraufgeführt 1885 gilt es als eines der wichtigsten Chorwerke seiner Zeit, und auch der Komponist selbst bezeichnete es zufrieden als „Stolz seines Lebens“. Als Finale seiner letzten Sinfonie mag es nur ein Behelf sein, als eigenständiges Werk jedoch ist es ein großartiges Stück Chorliteratur.

Die Beteiligten und die Konzertdaten:

Petra Schmidt, Sopran
Anna Agathonos, Alt
Tomaš Juhás, Zenor
Jacek Janiszewski, Bass

Städtischer Musikverein Gelsenkirchen
Städtischer Chor Recklinghausen
Oratorienchor der Stadt Kamen
Chor der Konzertgesellschaft Schwerte

Neue Philharmonie Westfalen

GMD Heiko Mathias Förster, Leitung

Sonntag, 17. Juni 2012, 19.30 Uhr
Recklinghausen, Christuskirche

Montag/Dienstag, 18./19. Juni 2012, 19.30 Uhr
Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier

Mittwoch, 20. Juni 2012, 19.30 Uhr
Konzertaula Kamen

Freitag, 22. Juni 2012, 20.00 Uhr
Tongeren (B), Basilika
(nur 9. Sinfonie, ohne „Te Deum“)

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