Französisches Programm im 8. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

„Der bloße Name eines französischen Komponisten auf einem Konzertprogramm“, erinnerte sich einst Saint-Saëns, genügte, „um das Publikum in die Flucht zu schlagen.“ Dass dem heute nicht mehr so ist, ist sicherlich auch dem unermüdlichen Einsatz von Saint-Saëns und dem seiner Kollegen zu verdanken, vor allem aber der Qualität ihrer Musik. Die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Stardirigent Ken-David Masur würdigt diese in ihrem 8. Sinfoniekonzert und überlässt zwei weiteren legendären französischen Kompositionen die Bühne am 15. April im Recklinghäuser Ruhrfestspielhaus, am 16. und 17. April im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und am 18. April in Kamen in der Konzertaula.

Für das Gelingen dieses französischen Konzertabends sind diesmal gleich zwei namhafte Gäste engagiert: Der Geiger Sergej Dogadin, Jahrgang 1988, ist mehrfacher Preisträger und folgte bereits der Einladung zahlreicher namhafter Orchester. Der junge Russe interpretiert die berühmte „Meditation“ aus der Oper Thaïs sowie Saint-Saëns‘ drittes Konzert für Violine und Orchester. Die musikalische Leitung der Neuen Philharmonie Westfalen übernimmt ein Dirigent von Weltrang: Ken-David Masur, der 35-jährige Sohn des legendären Kurt Masur, bekleidet zurzeit das Amt des Resident Conductor beim San Antonio Symphony Orchestra in den USA.

1871 wurde in Paris die „Société National de Musique“ aus der Taufe gehoben. Zu ihren Gründungsvätern gehörten u.a. Camille Saint-Saëns, César Franck und Jules Massenet. Sie alle hatten sich vorgenommen, der Dominanz der deutschen Instrumentalmusik in französischen Konzertsälen ein Ende zu setzen. Saint-Saëns hinterließ eine Fülle von Werken, von denen sich viele bis heute im Konzertrepertoire behaupten konnten. Dazu zählt auch sein drittes Konzert für Violine und Orchester, in dem es ihm gelingt, das typische Virtuosenkonzert der Romantik mit sinfonischen Ansprüchen zu verbinden.
Auch das Programm der Pariser Oper wurde von den Werken deutscher Komponisten dominiert, womit Jules Massenet schwer zu kämpfen hatte und demzufolge sich seine Oper „Thaïs“ auch nur mäßig behaupten konnte. Ein instrumentales Zwischenspiel daraus ist heute allerdings immer noch populär: Die „Méditation“, diese schildert die Wandlung der Kurtisane „Thaïs“ zur Heiligen.
Mit dem Sujet der mehrsätzigen Sinfonie beschäftigte sich César Franck intensiv. Sein dreisätziges Werk fasziniert durch reiche Harmonik, eingängige Themen und eine farbige Instrumentation. Vor allem aber begeistert Francks Fähigkeit, aus einem einzigen Motiv und seinen Variationen ein derart abwechslungsreiches und zugleich geschlossenes Opus zu schaffen.

Probenwerkstatt
Die Neue Philharmonie Westfalen und die Volkshochschule Recklinghausen führen ihre erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Probenwerkstatt“ fort. Ken-David Masur wird am Freitag, dem 13. April,18.00 Uhr in den Proberäumen an der Castroper Straße 12c das Publikum empfangen und Fragen beantworten, bevor man ihm und den Musikerinnen und Musikern bei einer öffentlichen Probe über die Schultern schauen darf. Der Eintritt ist frei!

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