6. Sinfoniekonzert der Neue Philharmonie Westfalen unter dem Dirigat von Tobias Foskett. Alondra de la Parra musste wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Auch in New York, dem Wohnort von Alondra de la Parra grassiert eine Grippewelle, an der auch die mexikanische Dirigentin erkrankt ist! Ersatz ist kurzfristig in dem jungen australischen Dirigenten Tobias Foskett gefunden worden. Der mittlerweile in Berlin lebende 35-Jährige aus Canberra stammende Künstler ist Assistent der Hamburger Generalmusikdirektorin Simone Young, mit der er bereits die wichtigsten deutschen Opernhäuser bereiste und nahezu alle großen deutschen Orchester dirigiert hat. Sein Repertoire ist weit gesteckt: vom gängigen Opernrepertoire über die große Sinfonik, bis hin in die Moderne, hat Foskett schon die bedeutendsten Partituren auf dem Pult gehabt. Er freut sich auf seine äußerst kurzfristige neue Aufgabe mit der Neuen Philharmonie Westfalen und ist gespannt auf seine ersten Auftritte im Ruhrgebiet.

An seiner Seite agiert solistisch die aus Prag stammende Harfenistin Jana Bouskova, die mit ihrer Interpretation der wenigen solistischen Werke für Harfe und Orchester das Publikum ebenfalls zu verzaubern weiß.
Programmatisch könnte man das 6. Sinfoniekonzert dieser Saison getrost mit „Aus der Neuen Welt“ übertiteln. Mit Werken von Antônio Carlos Gomes, Alberto Ginastera, George Gershwin und Arturo Márquez kommen Köstlichkeiten des amerikanischen
Kontinents auf den musikalischen Gabentisch, die nicht nur gefällig für unsere Ohren sind, sondern uns auch mit ihren besonderen Klängen ins Schwärmen bringen werden. Schade nur, dass der Titel bereits durch die 9. Sinfonie von Dvořák besetzt ist… Neben dem Konzert für Harfe und Orchester von Alberto Ginastera aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts steht die freie Tondichtung „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin im Zentrum des musikalischen Geschehens. Der New Yorker Komponist russisch-jüdischer Abstammung fiel schon als 16-Jähriger durch seine besonderen Fähigkeiten im
improvisatorischen Klavierspiel auf und generierte schnell zum Shootingstar des Broadway.
Auf Anregung seines Freundes und Mentors, Paul Whiteman, wandte sich Gershwin der Komposition eigener Werke im so genannten „Sinfonischen Jazz“ zu. 1928 unternahm der 30-Jährige eine Reise nach Paris, um bei Größen wie Strawinsky, Poulenc, Milhaud und Ravel kompositorische Anregungen zu bekommen. Mit „Ein Amerikaner in Paris“ hat Gershwin diesem Besuch ein autobiographisch-musikalisches Denkmal gesetzt. Eindrucksvoll verarbeitet er sogar das Hupen der Pariser Taxis in seiner Tondichtung. Maurice Ravel hat es im Übrigen abgelehnt, Gershwin in Komposition und Tonsatz zu unterweisen: „Warum wollen Sie ein Ravel zweiten Ranges werden, da Sie doch ein Gershwin ersten Ranges sind.“

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