8. Sinfoniekonzert „Concerto Grosso“ unter Leitung von GMD Rasmus Baumann

GMD Rasmus Baumann hat sich für das 8. Sinfoniekonzert im April etwas Besonderes einfallen lassen! Er und sein Orchester beschäftigen sich intensiv mit dem „Concerto Grosso“. „Concertare“ heißt eigentlich: miteinander wetteifern. Gemeint ist aber natürlich kein beharrlicher Konkurrenzkampf, sondern ein spielerisches Kräftemessen. Denn im „Concerto grosso“ steht eine kleine solistische Truppe einer Mehrheit gegenüber, die keineswegs die schweigende ist. Zu hören ist diese musikalische Auseinandersetzung in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Kamen.

Diese barocke italienische Form malte Händel in London zu theaterprallen Dialogen aus: Seine Concerti grossi op. 6 sind das olympische Gold dieser orchestralen „Wettkämpfe“. Beinahe 250 Jahre später folgte auch Alfred Schnittke dieser Tradition - doch nur scheinbar. Was wie ein prächtiges Barockfest beginnt, gleitet plötzlich aus der Spur: „nach einigen Minuten explodiert das Museum“, so Schnittke. Im daraus gewonnenen Kraftfeld werden die Bausteine der Vergangenheit neu zusammengesetzt - wie immer bei dem deutschrussischen Meister der Polystilistik mit ironischem Augenzwinkern. Auch die Goldenen Zwanziger hatten ihr Concerto grosso: so nannte nämlich Eduard Künneke seine „Tänzerische Suite“ für Jazzband und Orchester. Wer Künneke nur von Operetten-Ohrwürmern à la „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ kennt, wird sich wundern: Ein so freches Produkt zwischen Foxtrott und Blues hat nicht einmal Kurt Weill komponiert. Künneke legte Saxophon-Swing und große Sinfonik übereinander. Eine aufmüpfige Jazzcombo mischt das klassische Orchester auf - nie klang die Berliner Musikszene der Roaring Twenties heißer.

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