Julius Berger und die Neue Philharmonie Westfalen interpretieren Elgars Cellokonzert im Rahmen des 6. Sinfoniekonzertes


Julius Berger ist einer der großen Namen unter den Cellisten internationalen Ranges. Er befreite mit seinen CD-Einspielungen in den 80er Jahren die Cellokonzerte von Luigi Boccherini aus einem tiefen „Dornröschen-Schlaf“ und erwarb sich damit als 27-jähriger große Reputation am internationalen Markt. Bereits mehrmals gastierte Berger bei der Neuen Philharmonie Westfalen, zuletzt im März 2006 mit der Interpretation eines Violoncello-Konzertes von Johannes Brahms.

Julius Berger, die Neue Philharmonie Westfalen und GMD Heiko Mathias Förster widmen sich im 6. Sinfoniekonzert dem expressiven Cellokonzert von Edward Elgar aus dem Jahre 1919. Ein wehmütiges Werk, mit dessen elegischer Grundstimmung Elgar uns wie in einem Rückspiegel das 19. Jahrhundert noch einmal vor Augen führt. Elgars spätes, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstandenes Cellokonzert ist das letzte romantische Opus dieser Gattung. Mit großem Pathos, vor allem aber mit nostalgischer Wehmut beschwört er darin noch einmal alles, was die großen Konzerte von Schumann und Dvořák oder auch Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“ ausgezeichnet hatte: Die grandios „vollgriffige“ Geste, die ausdrucksvolle Kantilene in hoher Lage und die bravourös virtuose Passage. Davor – als Erweckung einer englischen Grundstimmung dieses Konzertes -
vier Lieder für Sopran und Orchester von Edward Elgar, angestimmt von der am Musiktheater im Revier beheimateten Sopranistin Petra Schmidt. Selten aufgeführt und ungemein feinsinnig in der Tonsprache, zeigen sie eine nahezu unbekannte Variante der Musik von Elgar des frühen 20. Jahrhunderts.

Nach einer Pause verschreiben GMD Heiko Mathias Förster und die Neue Philharmonie Westfalen sich erneut der Mahler-Pflege. Erklang im November des letzten Jahres noch die tragische sechste Sinfonie, erklingt nun die Sinfonie Nr. 4 mit ihrer gemächlichen heiteren Grundstimmung. Nach den „Riesenbauten“ seiner drei ersten Sinfonien, ist die Vierte ein schlichtes
Häuschen mit bescheidenen Ausmaßen. Nicht nur, das im Orchester sogar die Posaunen fehlen, es tritt auch die menschliche Stimme hinzu, um das herauszubilden, wofür diese Sinfonie steht – ein heiter-naives Volkslied für Sopran-Solo und Orchester.

Termine:
Montag, 13. Februar 2012, 19.30 Uhr – Gelsenkirchen, MiR
Dienstag, 14. Februar 2012, 19.30 Uhr – Gelsenkirchen, MiR
Mittwoch, 15. Februar 2012, 19.30 Uhr – Konzertaula Kamen
Sonntag, 19. Februar 2012, 19.30 Uhr – Recklinghausen, Ruhrfestspielhaus

Zurück