Mahlers monumentale Sechste im 3.2. Sinfoniekonzert

Die „Tragische“ mit einer Riesenbesetzung der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von MiR-Chefdirigent Rasmus Baumann

Traditionsgemäß erweist die Neue Philharmonie Westfalen auch in der aktuellen Spielzeit einem der bedeutendsten Komponisten des späten 19. Jahrhunderts die Ehre. Am Sonntag im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen und am Montag und Dienstag im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen interpretieren die Musikerinnen und Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von MiR–Chefdirigent Rasmus Baumann die „Tragische“ von Gustav Mahler. Für den noch jungen, bereits mit vielen Auszeichnungen internationalen Ranges geehrten Dirgenten, ist dies die lang ersehnte Berührung mit dem sinfonischen Kosmos dieses Ausnahmekomponisten.

Seit der Gründung der Neuen Philharmonie Westfalen im November 1996 ziehen sich die Sinfoniekonzerte mit Werken von Gustav Mahler und Anton Bruckner wie ein roter Faden durch die Biographie des Orchesters. Erst im letzten Jahr wurde eine CD mit der 5. Sinfonie des österreichischen Spätromantikers unter der Stabführung von GMD Heiko Mathias Förster aufgenommen. Eine Selbstverständlichkeit für das größte Landesorchester in NRW, dass nun im 3. Sinfoniekonzert Mahlers Sechste mit ihrem riesengroßen Aufgebot an der Reihe ist, bei der man gerne Superlative benutzt, um sie zu beschreiben: Sie sei Mahlers radikalste Sinfonie, seine persönlichste, seine modernste, seine realistischste oder seine aggressivste. Sie sei eine große Herausforderung für Publikum und Musiker gleichermaßen, nicht zuletzt wegen ihrer monumentalen Orchesterbesetzung und düsteren Grundstimmung. Mahlers Sechste ist vor allem aber ein großartiges Stück Musik, faszinierend vom ersten „Allegro energico" bis zum letzten „piano pizzicato". „Meine sechste Sinfonie ist fertig - ich auch.", schrieb Gustav Mahler im September 1904 an den Freund und Physiker Arnold Berliner. Angesichts der Monumentalität des Werkes scheint Mahlers Erschöpfung durchaus nachvollziehbar. Es sind jedoch nicht so sehr die Größe der Besetzung oder der Umfang der knapp eineinhalbstündigen Sinfonie, die das Werk zu einem der faszinierendsten des Komponisten machen. Es ist vielmehr der innere Gehalt, das Thema dieser Sinfonie, das den Zuhörer in seinen Bann schlägt und zu dem Beinamen „Tragische" geführt hat: Das Werk ist geprägt von einer ruhelosen - bisweilen aggressiven, bisweilen resignativen - Getriebenheit, einem Streben nach Harmonie, das gleichwohl zum Scheitern verurteilt scheint. Die Sehnsucht nach einem utopischen Zustand und das Leiden an der Wirklichkeit ziehen sich durch Mahlers gesamtes Werk. In seiner sechsten Sinfonie erfährt dieses urromantische Motiv eine seiner schmerzlichsten Ausprägungen.

Termin:
Sonntag, 20.11.2011, 19.30 Uhr
Recklinghausen, Ruhrfestspielhaus

Montag, 21.11.2011, 19.30 Uhr
Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier

Dienstag, 22.11.2011, 19.30 Uhr
Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier

Zurück