Musikalische Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit

Neue Philharmonie Westfalen und die Chöre der Städte Kamen und Schwerte spielen am Wochenende Dvořáks Totenmesse

Traditionell bekommen der Chor der Konzertgesellschaft Schwerte und der Oratorienchor der Stadt Kamen im Herbst die Möglichkeit, zusammen mit der Neuen Philharmonie Westfalen aufzutreten. Unterstützt werden sie dieses Jahr bei Dvořáks Requiem op. 89 von den Solisten Engjellushe Duka (Sopran), Susanne Schaeffer (Alt), Roman Payer (Tenor) und Zelotes Edmund Toliver (Bass), die musikalische Leitung des 3.1 Sinfoniekonzert am 12. und 13. November übernimmt Franz Leo Matzerath.
Inhaltlich mag dieses Werk über die Vergänglichkeit des menschlichen Daseins zunächst eine zum tristen und kalten November passende Veranstaltung erwarten lassen. Doch damit wird man der Komposition des tschechischen Komponisten nicht gerecht: Kein falscher Pathos, sondern eine persönliche Angelegenheit mit einer hoffnungsvoll stimmenden Aussage wird hier präsentiert.
Der Tod kommt bei Antonín Dvořák in Gestalt eines viertönigen Motives daher, das nicht nur pianissimo sein Requiem eröffnet, sondern auch in jedem Satz präsent ist und dabei eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit offenbart: Der Tod gehört zum Leben, sein Schrecken kann jedoch gebannt werden durch die Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft. Mit seiner Musik gelingt es Dvořák, diesen zuversichtlichen Gedanken auch in seinem Requiem nicht zu verlieren.
Auf dem Höhepunkt seines Schaffens entsprach der Tscheche mit der Komposition des Requiems dem Wunsch des Musikfestivals in Birmingham nach einem großen geistlichen Werk. 1891 wurde es in einem Theater uraufgeführt. Dvořák hatte seine Totenmesse von vornherein für den Konzertsaal vorgesehen, als grundsätzliche und sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens.
Von England aus trat das Werk seinen raschen Siegeszug durch ganz Europa an. Dabei macht es nicht mit theatralischen Effekten auf sich aufmerksam, sondern berührt durch leise und feine Töne. Innere Geschlossenheit bei gleichzeitig größter klanglicher Vielfalt lassen Dvořáks Requiem gleichberechtigt neben den großen Totenmessen des 19. Jahrhunderts stehen.

Termine:
Samstag, 12. November 2011, 18.00 Uhr, Schwerte, Freischütz
Sonntag, 13. November 2011, 18.00 Uhr, Kamen, Konzertaula

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