NPW Backstage - der aktuelle Clip im Januar - 6. Sinfoniekonzert - Anarchie

Ziviler Ungehorsam nach Noten! "Anarchie", wörtlich "Herrschaftslosigkeit", bezeichnet den Zustand gesellschaftlicher Unordnung. Die herrscht auch vor beim "Roi Ubu" von Alfred Jarry, Ahnherr der Dadaisten. Zu dessen Groteske schuf Bernd Alois Zimmermann eine freche Collage, deren Text bei jeder Aufführung um aktuelle politische Kommentare ergänzt werden soll.

Friedrich Gulda liebte die provokativen Auftritte als ewig junges Enfant terrible. Er war ein begnadeter Klassik-Pianist, aber auch bekennender Jazzer - wie man in seinem Konzert für Violoncello und Blasorchester hört! Funk-Jazz, Wiener Klassik und Alpenidylle gehen da eine schräge Fusion mit höchstem Unterhaltungswert ein. Die junge deutsche Cellistin Raphaela Gromes erhielt für ihre jüngste, bei SONY erschienene CD "Hommage à Rossini" höchstes Kritikerlob: "Raphaela Gromes ist eine hervorragende Geschichtenerzählerin. Mal expressiv, mal zart, mal spielerisch, mal überschwänglich leichtfüßig" (NDR Kultur).

Der erste Takt von Beethovens 1. Sinfonie: keine Bestätigung der Grundtonart, sondern ein wüster Dominantseptakkord, der alles aus den Angeln hebt. Muss man mehr sagen zum Erstling des jungen Wilden? Anarchie!

 

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