NPW Backstage - der aktuelle Clip im März - 7. Sinfoniekonzert - Aus Böhmen und Mähren

"Wir Tschechen sind ein singendes Volk", sagte Bedrich Smetana. Gemessen an seiner Einwohnerzahl hat die Region zwischen Böhmen und Mähren überproportional viele große Komponisten hervorgebracht. Im nationalen Selbstfindungsprozess der Tschechen spielte die Musik eine wichtige Rolle. Smetanas Oper "Libussa" handelt von der sagenhaften Stammmutter des böhmischen Herrschergeschlechts. Libussa betritt die Szene mit einer mächtigen Blechbläserfanfare. Diese war später Vorbild für Leos Janáceks "Sinfonietta", eine brodelnde Hymne an die Unabhängigkeit der jungen Tschechoslowakei.

Der dritte im Bunde der großen tschechischen Drei ist Antonín Dvorák, der die bezaubernde Volksmusik seines Landes veredelte. Dvoráks Cellokonzert ist ein Meilenstein. Hätte er gewusst, dass man so für dieses Instrument schreiben kann, hätte er längst ein Cellokonzert komponiert - sagte Brahms. Seit er 2010 den ARD-Wettbewerb gewann, gehört Julian Steckel zu den profiliertesten Cellisten seiner Generation. 2012 erhielt er den ECHO Klassik für seine Einspielung der Cellokonzerte von Korngold und Goldschmidt. Der Schweizer Roman Brogli-Sacher, Chefdirigent des chinesischen Jiangsu Symphony Orchestra Nanjing, leitet das Konzert als Gast am Pult.

Dvoráks Schwiegersohn Josef Suk kreuzte die rhythmische Kraft der tschechischen Folklore mit der Klangfarben-Raffinesse der Franzosen. Sein "Scherzo fantastique" von 1903 ist ein hinreißendes, brillant orchestriertes Stück: Spukhafte Irrlichter umflackern den eleganten Walzer.

 

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