Pianist mit „ergreifend kultiviertem Brahms-Klang“ gastiert beim 5. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

Alfredo Perl, ein international begehrter Brahms-Interpret, konnte für das 5. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von GMD Heiko Mathias Förster gewonnen werden. Die begeisterten Kritiken des ersten gemeinsamen Auftritts aus dem Jahre 2009 mit dem Pianisten von Weltrang lassen Großes erwarten!

Das 5. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen steht vor allem im Zeichen zweier großer Komponisten. Die Interpretation Ludwig van Beethovens dritter Sinfonie "Eroica“ ist schon aufgrund der ursprünglich angedachten und dann zurückgenommenen Widmung an Napoleon sowie der Thematisierung französischer Revolutionsideale eine spannende Auseinandersetzung mit einem historisches Werk. Für den anderen Teil des Konzertes ist namhafte Unterstützung durch einen Star-Pianisten gewiss, den man weder dem Publikum noch dem Orchester, mit dem er als Solist vor etwa zwei Jahren bereits Begeisterung bei den Kritikern hervorrief, vorstellen muss: Alfredo Perl, dem die WAZ nach dem gemeinsamen Auftritt mit der Neuen Philharmonie Westfalen im Oktober 2009 einen "ergreifend kultivierten Brahms-Klang" attestierte.
Damals stand das erste Konzert für Klavier und Orchester auf dem Programm. Nun wird ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem zweiten Klavierkonzert des romantischen Komponisten fortgesetzt. Hatte Brahms bei seinem ersten Solokonzert für Klavier noch mit sich, seinen Melodien und der Form gerungen, so strahlt sein zweites Klavierkonzert die Souveränität und Gelassenheit des erfahrenen Komponisten aus. Es entstand rund 20 Jahre später, setzte aber formal das fort, was Brahms bereits in seinem stürmischen Jugendwerk begonnen hatte: Die Symbiose aus Konzert und Sinfonie, das Miteinander und Ineinandergreifen von Solopart und Orchester. Ausgeglichenheit und Innigkeit finden ihren Ausklang in der heiter-gelösten Stimmung des Finalsatzes, von der man auf eine gewisse altersweise Abgeklärtheit schließen könnte.

Davon ist Ludwig van Beethoven in seiner dritten Sinfonie noch weit entfernt. Zwar erreicht auch er in seiner "Eroica" formale Geschlossenheit, jedoch nicht durch Symbiose, sondern durch Kontrast. Das Gegenüberstellen und Überwinden von Gegensätzen ist der Grundtenor dieser Sinfonie und gleichzeitig ihr utopisches Moment. Für einen kurzen Augenblick hatte Beethoven gedacht, dass Napoleon diese Utopie in die Tat umsetzen könne -bekanntlich widmete er seine Sinfonie dem französischen Feldherrn- , doch die Realität enttäuschte ihn bitter: Die Episode von seinem Wutausbruch ist fast ebenso bekannt wie die Sinfonie selbst, die eines der populärsten Werke der Konzertliteratur geworden ist.

Das 5. Sinfoniekonzert wird nicht nur in den Spielstätten in Gelsenkirchen (Musiktheater im Revier, 16. und 17. Januar), in Kamen (Konzertaula, 18. Januar) und in Recklinghausen (Ruhrfestspielhaus, 22. Januar) zu hören sein, sondern auch in Wesel im Städtischen Bühnenhaus am 20. Januar und in Emden im Neuen Theater am 21. Januar.

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