Soloposaunist, Gastdirigent und italienisches Flair im 7. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

Der junge, international angesehene Dirigent Kevin Griffiths, dem ein kometenhafter Aufstieg in seinem Metier vorausgesagt wird, ist das erste Mal bei der Neuen Philharmonie Westfalen zu Gast und wird zusammen mit dem Orchester dem angesichts des vielfältigen Programmes sicherlich erwartungsfreudigen Publikum einen Konzertabend mit vielen Höhepunkten bieten. Der soeben zum Chefdirigenten des Collegium Musicum Basel ernannte Brite stand schon am Pult zahlreicher Orchester, darunter das Tonhalle Orchester Zürich, das Basler Symphonieorchester, das Frankfurter Opern und Museums Orchester, das Orquesta Sinfonica de Navarra, das Istanbul State Symphony Orchestra und die Südwestdeutsche Philharmonie. Neben seiner Erfahrung auf großen Bühnen zeichnen ihn sowohl sein Engagement für Neue Musik (Gründer des London Steve Reich Ensembles) als auch sein Bemühen als Vermittler klassischer Musik an Kinder und Jugendliche aus.

Im 7. Sinfoniekonzert, dessen italienisches Flair und namhafte Gäste sicherlich viele Zuhörer anziehen werden, wird die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Gastdirigent Kevin Griffiths die Sinfonische Phantasie von Richard Strauss interpretieren. Der international anerkannte Dirigent und das Orchester bieten in vier Sätzen Strauss‘ Impressionen einer Italienreise eindrucksvoll dar. Im ersten Teil des Konzertes wird ein Arrangement italienischer Lautenmusik für Orchester von Ottorino Respighi den Abend im Zeichen Italiens stimmungsvoll und authentisch einleiten. Als Solist konnte der preisgekrönte Soloposaunist des SWR Sinfonieorchesters, Frederic Belli, für Nino Rotas Konzert für Posaune und Orchester sowie den „Hummelflug“ des russischen Komponisten Nikolai Rimsky-Korsakow gewonnen werden.
Postromantisch und im besten Sinne unterhaltsam ist die Musiksprache des Mailänders Nino Rota, den man in erster Linie als Komponisten für die Filme Fellinis kennt. Auch sein Konzert für Posaune und Orchester ist trotz mancher ironischer Untertöne von einer heiteren Grundstimmung geprägt. Dem Solisten bietet Rota dabei alle Möglichkeiten, sein Instrument zu präsentieren. In diesem Fall tut dies Frederic Belli, Soloposaunist beim SWR Sinfonieorchester, der zudem mit Rimsky-Korsakows „Hummelflug“ zwar keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, aber eine der originellsten Arrangements des berühmten Orchesterstücks darbieten wird.
Die schillernde Orchestersprache Rimsky-Korsakows hatte viele Komponisten seiner Zeit nachhaltig beeindruckt, darunter auch Ottorino Respighi. Für seine Suite Nr. 2 griff er auf italienische Lautenmusik der Renaissance und des Barocks zurück und arrangierte die „Weisen und Tänze“ für Orchester. Das hat zwar nichts mit historischer Aufführungspraxis zu
tun, dafür aber entstand ein neues, eigenständiges Werk, in dem die alten Melodien eine neue Blüte erleben.
Von seiner Italienreise brachte auch Richard Strauss eine Fülle von Melodien und Einfällen mit. Zurück in München fasste er sie in eine viersätzige Fantasie, zu der er später ein Programm veröffentlichte: Nach der Ruhe in der Campagna geht es durch Roms Ruinen und an den Strand von Sorrent. Mit einer schwungvollen Tarantella, die das rege Treiben in Neapel
schildert, geht das Werk und damit das Sinfoniekonzert „aus Italien“ zu Ende.

Das 7. Sinfoniekonzert wird in der nächsten Woche im Musiktheater im Revier in
Gelsenkirchen (12. und 13.03), in Kamen (14.03) und im Recklinghäuser Ruhrfestspielhaus
(18.03) zu hören sein.

Zurück