Spanien im Revier mit der Neuen Philharmonie

Und schon geht der Zyklus der neun Sinfoniekonzerte mit einem Abend unter dem Titel „Spanien im Revier“ am 28. Juni, 20.00 Uhr in die Schlussrunde. GMD Rasmus Baumann und die NPW präsentieren „heiße“ Rhythmen im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen mit dem Posaunen - Solisten Mike Svoboda aus den USA.

Habanera, Segeduilla und Torero: das Postkarten-Spanienklischee wurde auch von einer Oper geprägt. Was macht es da, dass Bizet niemals in Spanien war? Die Ohrwürmer aus dessen „Carmen“ schreddert der Amerikaner und Wahl-Schweizer Mike Svoboda in einem rasend komischen Remix: „Love hurts“ - Liebe tut weh, nicht jedoch diese spaßige Neuanordnung von Bizets „Greatest Hits“. Mike Svoboda selbst, dessen künstlerisches Spektrum von erfolgreichen Kinderkompositionen bis zur legendären Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen reicht, spielt dabei die Solo-Posaune.

Franzosen wie Bizet waren auch Emmanuel Chabrier und Maurice Ravel. Beide belieferten ebenfalls die konzertante Ibero-Folklore: Chabriers „España“ ist eine hinreißende Huldigung an den Flamenco, Ravels „Rapsodie Espagnole“ setzt auf das flirrende Licht Andalusiens.

„Echte“ Spanier sind natürlich auch vertreten: Joaquín Turina fing die feierlich-heitere Atmosphäre eines Prozessionsfests in Sevilla mit Tänzen und Hymnen ein. Und Manuel de Falla löste mit „Der Dreispitz“ einen regelrechten Boom spanischer Musik aus. Ursprünglich geschrieben als Ballettmusik für die berühmte Truppe der Ballets Russes, entfaltet die Vertonung einer beliebten spanischen Novelle auch als Konzertsuite ihr Temperament: die pikante Liebesgeschichte um einen aufgeblasenen dörflichen Würdenträger mit Dreispitz-Hut atmet ausgelassene südliche Lebensfreude. Flamenco und Fandango inklusive!

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