„Sündhaft schönes Hörerlebnis“ im 4.2 Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

Natasha Korsakova, russisch-griechischer Abstammung, ist eine der gefragtesten Geigerinnen ihrer Generation und die Solistin in Beethovens Violinkonzert im 4.2. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von GMD Heiko Mathias Förster. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt ihr Violinspiel als „sündhaft schönes Hörerlebnis“. Die fünfsprachige junge Geigerin ist inzwischen begehrter Gast bei nationalen und internationalen Orchestern, Musikfestivals und Konzertveranstaltern. Die Künstlerin steht für „ausgefeilte Technik, ausgeprägtes Stilgefühl und musikalisches Einfühlungsvermögen" (FAZ) sowie für ein Charisma, das seinesgleichen sucht.

„Glaubt er, ich denke an seine elende Geige wenn der Geist über mich kommt und ich komponiere…“ So und nicht anders begann die Geschichte des Violinkonzertes D-Dur von Ludwig van Beethoven aus dem Jahre 1806. Gewidmet war es dem nicht einmal 30jährigen Konzertmeister des Theaters an der Wien, Franz Clement. Es wird berichtet, dass dieser unglaublich begabte junge Mann Beethoven schon seit langem mit der Bitte um ein Violinkonzert „genervt“ haben soll. Als Clement die Bitte zu oft
wiederholte, antwortete der bereits von Taubheit geplagte Genius mit dem anfangs erwähnten Zitat. Schnell kann man daraus schließen, dass Beethoven das Komponieren eines Violinkonzertes nicht besonders reizte. Dennoch ist es einer seiner größten kompositorischen Würfe überhaupt geworden. Diese „Sinfonie für Violine und Orchester“ nimmt in der Gattung der Violinkonzerte eine besondere Stellung ein: Es ist durchgehend lyrisch und gefühlsbetont und hat sich schnell zum Prüfstein großer
geigerischer Kunst entwickelt.
Neben dem vorgestellten Beethovenschen Violinkonzert ziert die Sinfonie Nr. 7 von Antonín Dvořák das Programm der Konzerte in Gelsenkirchen (5./6. Dezember, 19.30 Uhr), Kamen (7. Dezember, 19.30 Uhr) und Lippstadt (9. Dezember, 20.00 Uhr). Keiner versteht es so, die Elemente der Klassik, der Romantik und der Volksmusik mit einem glitzernden Zauber zu versehen, wie der Prager Tonschöpfer. Seine Sinfonie Nr. 7, eine Auftragskomposition der Philharmonic Society in London, ist voll von klanglicher Intensität und farbenprächtigem Pathos und zeigt einmal mehr den Weltenbürger Dvořák, der jedoch die Liebe zu seiner böhmischen Heimat in seinem gesamten Schaffen stets musikalisch durchscheinen lässt.

Traditionsgemäß sind die Sinfoniekonzerte im November und Dezember geteilt, weshalb das Konzert 4.2 nur in den Sälen von Gelsenkirchen und Kamen sowie als Gastspiel in der Stadthalle Lippstadt stattfindet. In Recklinghausen widmen sich daher der dortige Städtische Chor, Solisten und die Neue Philharmonie Westfalen unter der Stabführung von Alfred Schulze-Aulenkamp innerhalb des Sinfoniekonzertes 4.1. am 4. Dezember, 19.30 Uhr dem geistlichen Werk von Georg Friedrich Händel und Friedrich Kiel.

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