Packende Miniaturdramen und Geisterwesen im 8. Sinfoniekonzert der NPW
02. April 2026
Mit dem 8. Sinfoniekonzert im April präsentiert die Neue Philharmonie Westfalen ein Programm, das musikalische Leidenschaft, orchestrale Farbigkeit und interpretatorische Tiefe eindrucksvoll vereint. Unter der Leitung des quirligen US-Amerikaners Evan-Alexis Christ widmet sich das Orchester Werken, die sowohl das große sinfonische Repertoire feiern als auch neue klangliche Perspektiven eröffnen.
Rocksongs und Blockflöte? Aber ja! „A Tribute to Genesis“ hat Fabrice Bollon sein spektakuläres Konzert „Your Voice Out of the Lamb” genannt. Verschiedenste Blockflötengrößen und Live-Elektronik blättern ein imposantes Spektrum auf. Hier kann sich Stefan Temminghs Virtuosität so richtig austoben. Der Opus-Klassik-Gewinner aus Südafrika zeigt mit seiner lebendigen Bühnenpersönlichkeit und frischen Ideen, welche atemberaubenden Möglichkeiten in der Blockflöte stecken: „Brillant, spontan, spielerisch“ staunte die FAZ. Spannend und erzählerisch geht es auch in den beiden „Wasserwerken“ des Programms zu. In seiner mächtigen sinfonischen Dichtung lässt Antonín Dvořák den Wassermann aus einer tschechischen Ballade auftauchen: ein packendes Miniaturdrama um das Geisterwesen und sein Opfer.
Eine der wunderbarsten Partituren des Jugendstils ist Alexander von Zemlinskys „Die Seejungfrau“. Die schillernde Version von Andersens Märchen über das traurige Wassergeschöpf schlägt hohe Wellen. Wie Andersens Märchengestalt sich opfert, indem sie willentlich in Sprachlosigkeit versinkt, so war auch Zemlinskys farbenprächtige Vertonung lange Zeit verstummt. Erst 1984 wurde das verschollen geglaubte Werk wieder aufgeführt. Seitdem hat sich „Die Seejungfrau“ in ihrer orchestralen Opulenz als besonderer Publikumsliebling behauptet.