Kammermusik kehrt ins Museum Buer zurück
02. November 2026
Gelsenkirchen. Nach zwölf Jahren Pause kehrt die Kammermusik in das Kunstmuseum Gelsenkirchen zurück. Am Sonntag, 8. November, um 15 Uhr erklingen im Museum Werke von Robert Schumann, Vitaliy Gubarenko und Erich Wolfgang Korngold. Ausführende sind das Nodelman Quartett unter der Leitung des Konzertmeisters der Neuen Philharmonie Westfalen, Misha Nodelman, verstärkt durch die Pianistin Anna Nodelman.
Mit der Wiederaufnahme der Konzertreihe wird eine traditionsreiche Einrichtung des Gelsenkirchener Kulturlebens fortgeführt. Ins Leben gerufen wurde die Reihe in den 1970er Jahren vom musikbegeisterten Journalisten Karl Riebe. Nachdem die beliebten „Casino-Konzerte“ in Gladbeck ihr Ende gefunden hatten, suchte Riebe nach einem neuen Forum für anspruchsvolle Kammermusik. Im Kunstmuseum Buer fand er den idealen Ort, unterstützt vom damaligen Generalmusikdirektor Ljubomir Romansky, der bei besonderen Gelegenheiten selbst am Flügel Platz nahm.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Kammermusikreihe zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Sie bot nicht nur jungen Musikerinnen und Musikern ein Podium, sondern auch den Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Gelsenkirchen die Gelegenheit, sich intensiv mit den großen Werken der Kammermusikliteratur auseinanderzusetzen. Maßgeblich geprägt wurde die Reihe dabei über viele Jahre durch den Cellisten Wilhelm Druckenbrodt.
Seit Beginn der 2000er Jahre lag die organisatorische Betreuung in den Händen des Kulturjournalisten und Schriftstellers Hans-Jörg Loskill, der sich als engagierter Förderer des Musiklebens im Ruhrgebiet einen Namen gemacht hatte. Nach seinem Tod im Jahr 2017 geriet die einst erfolgreiche Konzertreihe zunehmend in Vergessenheit. Bereits 2014 waren die Konzerte aufgrund fehlender finanzieller Unterstützung eingestellt worden.
Nun ist es Museumsdirektorin Julia Höner und Generalmusikdirektor Rasmus Baumann gelungen, die Tradition wieder aufleben zu lassen. Die Wiederbelebung der Kammermusik im Museum knüpft dabei an das Selbstverständnis des Hauses an, das seit seiner Gründung nicht nur als bedeutender Ausstellungsort für moderne und zeitgenössische Kunst, sondern auch als kultureller Begegnungsort für Konzerte, Lesungen und Vorträge fungiert.
Das Programm des Eröffnungskonzerts schlägt einen weiten musikalischen Bogen. Mit Robert Schumann steht einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik auf dem Programm. Ergänzt wird dieser durch Werke des ukrainischen Komponisten Vitaliy Gubarenko sowie des aus Brünn stammenden Erich Wolfgang Korngold, dessen außergewöhnliche Karriere ihn später nach Hollywood führte und der als einer der Wegbereiter der sinfonischen Filmmusik gilt.
Die neue Konzertreihe soll an die große Tradition der Kammermusik im Museum anknüpfen und gleichzeitig neue Publikumskreise erschließen. Für alle Freunde der klassischen Musik bietet sich damit erstmals seit zwölf Jahren wieder die Gelegenheit, Kammermusik auf höchstem Niveau im besonderen Ambiente des Museums zu erleben.
Eintritt: 17 Euro
Vorverkauf ausschließlich an der Infotheke des Kunstmuseums Gelsenkirchen.